Im Auge des Orkans

Im Jahre 2003 fühlen sich die USA durch den Irak bedroht. Trotz gegenteiliger Meinung offiziell eingesetzter internationaler Beobachter unterstellten die USA dem Irak die Produktion von Massenvernichtungswaffen und eine Unterstützung muslimischer Terroristen. Der Präsident der “United States of America” stellt dem Führer der irakischen Nation, Saddam Hussein, ein unerfüllbares 48h-Ultimatum. Hussein soll “sein” Lande verlassen, anderweitig soll unweigerlich Krieg folgen. Das war am Dienstag, dem 18.03.2003.

Die internationalen Medien kennen ab jetzt natürlich kein anders Thema. Die irakische Regierung versucht die mediale Aufmerksamkeit zu nutzen und lässt den ausländischen Agenturen ein wenig freie Hand. Deren Geilheit auf spektakuläre Kriegsbilder kann befriedigt werden, die Agenturen übertragen ab nun ununterbrochen improvisierte Video-Livestreams in recht lausiger Qualität aus Bagdad, zumeist werden öffentliche Plätze oder das Panorama der Stadt mit Blickrichtung auf den Regierungspalast übertragen.

Ich lege mich am Mittwoch - es sind keine 24h bis zum Ablauf des Ultimatum mehr - so gegen vier oder fünf Uhr morgens nach getaner Arbeit vor meinen Fernseher und die Bilder aus Bagdad brennen sich in mein Hirn. Ich schaue eine ganze Weile: Übertragen wird die nächtliche Ansicht einer größeren mehrspurigen Straße. Es ist noch dunkel und die wenigen vorbeifahrenden Autos haben Ihre Lichter angeschaltet. Doch der Morgen zeigt sich bereits, es ist wolkenlos und dieser Tag wird mit 25°C angenehm warm werden. Ein Morgen im Süden. In Bagdad erwacht der Tag.
Der Verkehr auf der Kreuzung nimmt langsam aber stetig zu. Autos, Taxis und Omnibusse transportieren die Bewohner der Stadt zu Ihren Arbeitsplätzen. Obwohl der Verkehr völlig ungehindert fließt, höre ich die vorbeifahrenden Autos auffällig häufig Hupsignale geben. Es dauert eine Weile, bis ich begreife, wen die Menschen in den Autos damit grüßen …


Einen Tag später werden die Medien nicht enttäuscht sein - am nächsten Morgen erschüttern gewaltige Explosionen die Stadt. Um 4:15 Uhr richtet US-Präsident Bush eine Ansprache an sein Volk und erklärt den neuerlichen Krieg. Er schließt seine Rede mit den Worten:
Wir werden kein Ergebnis außer dem Sieg akzeptieren […] Möge Gott unser Land segnen und alle, die es verteidigen.


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Dexter am 20.03.2008 um 23:12 in Politik & Gesellschaft

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