Es gibt einen Informationskanal, auf dem kann man sich immer recht aktuell über die wirklich wichtigen und bewegenden Fernsehereignisse der letzten Wochen informieren, ohne dass man sich stundenlang der Unterhaltungskomplekte der Echtzeitbroadcaster aussetzen muss:
Angenehm amateurhaft wird dort ein Potpourri der absurdesten gewöhnlichen Einfältigkeiten deutscher Fernsehredaktionen geboten. Immer in einer sympathischen Mischung aus Sachlichkeit und Satire. Wer sich also über die Befindlichkeiten des deutschen Fernsehvolkes informieren will, sollte dort einschalten.
Das Angebot wird vom Moderator Holger Kreymeier fast vollständig in Eigenregie erstellt. Die kritischen Töne in den Beiträgen als auch eine neue zugehörige Initiative ”dafür-zahl-ich-nicht” waren seinen Arbeitgebern, prekärer Weise der NDR, wohl jetzt zu viel. Kreymeier wurde gefeuert. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat damit wiederholt seine nachhaltige Kritikresistenz während der Fahrt Richtung Abgrund bewiesen. Andererseits: Immerhin wurde reagiert. Zwar recht dumm, so doch relativ heftig. Und wenn ein mächtiger Apparat, wie der NDR schon auf solche Sticheleien mit einer fristlosen(!) Entlassung reagiert, dann muss man sich fragen, wo diese Empfindlichkeiten herrühren. Ist die Entlassung gar ein perverses Zeichen verkappter Einsicht in die Nachvollziehbarkeit der dargelegten Kritik?
Nachtrag 05.03.2009:
Der NDR hat die “Brisanz” offensichtlich erkannt und hat eine Stellungnahme veröffentlicht: Stellungnahme NDR zur Entbindung Kreymeiers
Daraufhin kam prompt eine “Stellungnahme zur Stellungnahme” von Kreymeier: Kreymeiers “Stellungnahme zur Stellungnahme”
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