Der Himmel - das Unerreichbare, das Unendliche. Die Christen lokalisieren gar die ideale Heimat, das ewige göttliche Paradies “im Himmel”. In vielen Kulturen symbolisieren der Himmel und seine Körper das Heiligste.
Unsere Kultur hingegen macht auch vor der Nutzbarmachung des Himmels nicht halt und hinterlässt als Zeichen der neuen menschlichen Allmacht unablässig Spuren am Firmament. Tagsüber ist der Himmel über uns gezeichnet von Kondensstreifen und nachts kann sich das aufmerksame Auge den bahnziehenden Satelliten und Nachtflügen kaum entziehen.
Es gibt wohl durchaus irdische Plätze, welche dem Betrachter einen Blick herab auf unseren Planeten gewähren, ohne dass auch nur irgend etwas von Menschenhand Geschaffenes zu finden wäre. Anders sieht es jedoch für dem Blick nach oben aus. Globaler Flugverkehr und Satelliten kennen keine Umwege und auch keine Auszeit.
Seltsamerweise kenne ich keinen Menschen, der diesen erbärmlichen Zustand des Teils unserer Welt über uns ebenso ungeheuerlich findet wie ich. Gut, vielleicht ist die schon beinahe unmögliche Ungeheuerlichkeit dieser Verschändelungen ja der psychologische Kern des albernen Chemtrails-Kult. In dem Sinne wäre diese Verschwörungstheorie nur ein verkrüppelter Ausdruck der Ablehnung dessen, was da blasphemisches am Himmel vor sich geht …

Wie auch immer. Derzeit jedenfalls bietet sich beim Blick nach oben ein völlig unverdorbener Anblick. Einem isländischen Vulkan sei Dank, kann man sich diese Tage ganz besoffen sehen an der herrlich riesigen blauen Fläche hoch über uns.
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