In Leipzig gibt es zur Zeit eine Baustelle beim Augustusplatz, dort wird die Straße neu gemacht und in diesem Zuge werden die Fußgänger über den kleinen Streifen Weg geschickt, der noch keine Baustelle ist. Radfahrer und Fußgänger müssen sich zusammen durch diesen von beiden Seiten recht hoch frequentierten Engpass quetschen. Als Radfahrer hat man eigentlich keine Wahl, man muss auf dem Drahtesel bleiben, denn sonst nimmt man zu viel Platz ein, als dass einer Person mit ungewöhnlicher Körperfülle im Gegenverkehr ein Durchkommen möglich wäre.
Genau hier sprach mich eine solche unglaublich vollschlanke Frau an, d.h. sie sprach mich nicht direkt an. Dass sie mit mir sprach merkte ich nur durch zwei Dinge, zu welchen in die Augen gucken nicht gehört. Sie steuerte ein wenig auf mich zu (vermutlich um mir die Möglichkeit des Absteigens völlig zu nehmen) sah direkt an mir vorbei und sagte absteigen.
Liebe Leute, welche Ihr sagen würdet absteigen, Ist doch kein Radweg hier! oder (wenn man, wenn die Fußgängerampel Rot zeigt, und man die Straße überquert obwohl weit und breit kein Auto zu sehen ist) nicht bei Rot die Straße überqueren! ohne dabei in das Gesicht des Angesprochenen zu gucken und ohne das wirkliche Empörung vorhanden ist sondern diese bloß vorgespielt wird. Könntet Ihr bitte dorthin gehen wo euer Gehirn ist und verschwinden? Husch, husch. Vielen Dank! (Und nehmt doch bitte gleich die Leute mit, die sich aus einer Deutschlandflagge einen Wickelrock machen oder sonstwas.)
Florian
am 19.06.2008
um 21:29
in Leipzig, Politik & Gesellschaft
Jetzt fühle ich mich wie ein überm-kissen-im-sims-guckender Nachbarschaftsbeobachter, denn durch das Fenster, durch das die meiste Zeit einfach nur Licht in mein sonst ja dunkeles Zimmer fällt, das ab und zu benutzt wird um Leute auf der Straße mit Weinkorken zu bombardieren und durch das ich eher nebenläufing auch mal einen Blick werfe wenn ich am Rechner arbeite um mich ein wenig von jener schnöden 2-D Welt abzulenken, beobachtete ich, bzw. sollte ich sagen; musste ich beobachten, wie ein Diebstahl geschah. Ein Jugendlicher mit Fahrrad klaute aus einem parkendem Auto eine Handtasche. Ich verständigte selbstverständlich auf der Stelle die Polizei, welche auch nicht sehr viel später erschien, allerdings ohne den Jugendlichen Radfahrer am Schlewitchen zu haben, wie ich es mir für die junge Frau gewünscht hätte, deren Handtasche gestohlen wurde.
Sie sehen also, dass ich nicht mehr nur gelegentlich aus dem Fenster gesehen habe, sondern viel mehr daraus geglotzt habe! Es ließ mich nicht los, ich musste und musste wieder heraus gucken. Wie schrecklich denke ich! Jetzt bist Du schon geworden wie jemand der die ganze Zeit aus dem Fester sieht und seine Nachbarn bespizelt!
Jetzt werden sich vielleicht manche Fragen, warum ist er nicht einfach runter gegangen und die Sache aufgeklärt, dann hätte er ja nicht mehr aus dem Fenster gucken müssen? Aber nicht mit mir, ich gehe nicht darunter und rufe "Ich hab alles geseh’n!", soweit käme es ja noch, dass ich, nur um meinem voyeuristischen Verlangen etwas Auslauf zu geben, die ganze Misere noch verschlimmere. Schließlich kann ich ja doch nichts tun, was die Sache klären würde. Und stellen Sie sich mal vor Ihre Handtasche (Männer dürfen sich auch gerne einen Rucksack vorstellen) würde aus Ihrem Auto herausgeklaut werden. Wie würden Sie es finden, wenn dann jemand ankäme um sich an ihrem Leid zu laben? Denn nichts anderes als das wäre diese Handlung gewesen, wie ich mir schuldbewusst eingestehen muss. Aber Selbsterkenntnis …
Florian
am 07.05.2008
um 19:02
in Leipzig
Neulich las ich auf einem der in den Bahnen der LVB installierten Werbefernsehern zum wiederholten Male einen Werbetext, der mir schon ein anderes mal negativ aufgefallen war:
“Fahrräder und Hunde brauchen nur ein Kinderticket”
überblendet zu
“.. und Hunde einen Maulkorb.”
Da sich das erste “nur” mit dem zweiten “und” schlecht verträgt und, denn schließlich möchte man eine gewisse Lesbarkeit beibehalten, für ein zusätzliches “zusätzlich” der Platz fehlt, wäre es da nicht besser das zweite “Hunde” durch “Kinder” zu ersetzen?
Würde jedenfalls den Lesefluss befördern.
Florian
am 14.02.2008
um 23:48
in Leipzig, Unfug
Hier in Leipzig gibt es mehrere Menschen, denen man früher oder später über den Weg laufen muss und die man nie wieder vergisst. Zum Beispiel ist da die Oma, die die ganze Zeit schimpft, ich traf sie gestern auf dem Weg zum Supermarkt. Sie stand auf dem Bürgersteig und schwang eine Rede, deren Inhalt mir sich nicht ganz erschlossen hat, aber ich habe auch nur im vorbeigehen zugehört. Denn man steckt natürlich in einem Dilemma; man möchte ihr natürlich zuhören, allerdings ist nicht klar, ob das, was sie sagt, überhaupt für andere Ohren bestimmt ist, oder ob es sich vielleicht um eine Psychose handelt. Und dann entbehrt die Situation auch nicht einer gewissen Komik, so dass ich, als Zuschauer, unwillkürlich lachen müsste, und das obwohl diese Frau das ganz sicher ganz und gar nicht lustig findet. Bin ich eben weiter gegangen. War trotzdem lustig.
Florian
am 11.11.2007
um 13:49
in Leipzig